Peter Busch – Unternehmer und Wissensmensch

Peter Busch – Unternehmer und Wissensmensch

„Ich vermittel gerne Wissen.“ Heute erzählt mir Dr. Peter Busch in seinen Beratungsräumen in Lüneburg, wie er zu seinen beiden doch recht unterschiedlichen beruflichen Tätigkeiten gekommen ist. Sowohl als Berater als auch als Inhaber eines spanischen Restaurants im Herzen von Lüneburg ist er seit Jahren erfolgreich tätig.

Die Freude an der Wissensvermittlung war für den Lüneburger der Ansporn, nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann an der Uni Lüneburg Pädagogik und Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt Beratung zu studieren. Er fing also „erst“ mit Anfang dreißig an, als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Lüneburg in der Forschung zu arbeiten. Das vom Sozialministerium in Auftrag gegebene Projekt diente zur Erkennung der Effizienz und Vernetzung von Suchttherapieeinrichtungen und der Versorgungslage von Suchtkranken in Niedersachsen.

Projekte haben immer ein definiertes zeitliches Ende und so stellte sich für Peter Busch die Frage: „Forschung oder Selbstständigkeit“? „Ich mochte nicht mehr lesen, die wissenschaftlichen Texte standen mir bis hier“ die bekannte Geste, Handkante an der Stirn, sagt alles:  Selbstständigkeit

Was also tun?

Er bekam die Möglichkeit, einen kleinen Versandhandel für Werbeprodukte zu kaufen (das sind Kugelschreiber, T-shirts, Tassen, Fanartikel, Schlüsselanhänger, kleine Geschenke und so weiter), wurde also Geschäftsführer eines Versandhandels.

Doch sollte das genug sein? Nein, seine Energie war damit bei weitem noch nicht erschöpft.

Ein Freund bot ihm bereits 1992 die Teilhaberschaft an einer spanischen Bar in alten und urigen Gemäuern in Lüneburg an. Warum nicht? Peter Busch als Nichtgastronom nahm also die Herausforderung an, in einem ihm doch fremden Bereich sein Können als Kaufmann unter Beweis zu stellen. Die beiden packten diese neue Zusammenarbeit als Gelegenheit beim Schopf, aus der Bar ein feines spanisches Restaurant zu machen. Das neue Konzept ging auf und als sein Partner aus persönlichen Gründen Anfang der 2000er-Jahre aus der Gesellschaft ausstieg, führte er es eben alleine weiter. „Es klappte prima und lief sehr gut!“ sagt er verschmitzt mit einem leichten Schulterzucken.

Die Räumlichkeiten am Stint wurden bald zu klein und er fand ein interessanteres Objekt in einer belebten Gegend in der Innenstadt. Im Herbst 2010 zog das Restaurant um. Dort konnte er neben dem Restaurant- und Partyservice sogar einen kleinen Laden für die selbstgemachten Spezialitäten aufmachen.

Und inzwischen hat er es geschafft, die haltbaren Spezialitäten in fast ganz Norddeutschland bei einer Lebensmittelmarktkette anzubieten. „Und sogar im Freistaat Bayern in München und Regensburg“ sagt er freudestrahlend, „das expandiert so vor sich hin“. Hergestellt werden diese Spezialitäten mittlerweile nur noch zu einem kleinen Teil in der Restaurantküche. Den Spagat zwischen Lebensmittelherstellung und laufendem Restaurantbetrieb hat er gemeistert. Nicht ganz ohne Stolz sagt er: „Wir haben ein Hygiene Audit hinter uns (wer ein Restaurant hat, weiß was das bedeutet) und haben es geschafft, diese beiden Felder zu vereinen.“

Doch zurück zur Beratung, die er nun seit zehn Jahren anbietet. Den Versandhandel gab er zu diesem Zeitpunkt auf. Für die Beratung bildete er sich, fast nebenbei, in mehreren Gebieten weiter. Das Lesen von wissenschaftlicher Literatur schien ihm wohl inzwischen wieder zu gefallen. „Ich bin eben ein Wissensmensch und mache das total gerne. Die Beratertätigkeit ist mein zweites Standbein. Es liegt viel Herzblut darin und ich entwickle das langsam weiter. Deswegen habe ich auch im ‚hohen Alter‘ noch promoviert“, meint er kokettierend. Über Jahre hinweg war er auch Lehrbeauftragter für Beratungsmethoden an der Leuphana Universität Lüneburg. „Zur Zeit ändere ich gerade meine Firmenstruktur, um beide Tätigkeiten besser miteinander koordinieren zu können.“ Zu seiner Zielgruppe gehören sowohl Start Ups als auch bestehende Unternehmen, die sich unter anderem zu Themen der Organisation, Kommunikation und Strategie coachen lassen können.

Sein Traum?

Fast bedauernd meint er zu diesem Punkt in unserem Gespräch: „Eigentlich gibt es ja noch so viel zu tun in der Region, so viele Möglichkeiten, aber wo soll ich die Zeit dafür nehmen?“ Denn er möchte eigentlich auch öfter wieder segeln gehen und sich noch einige entfernte Länder und die dortigen Kulturen ansehen. Dass er wieder aufs Land ziehen will, dem steht nichts im Wege, ein interessantes Objekt wird er sicher wieder beizeiten finden.

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