Ulrich Mosbach – würde alles noch einmal so machen

Ulrich Mosbach – würde alles noch einmal so machen

Mit Ulrich Mosbach hatte ich mich getroffen, um etwas über die DRK-Rettungshundestaffel Uelzen zu erfahren. Dabei lerne ich wieder einen sehr interessanten Menschen im Norden kennen, mit einem spannenden und individuellen Werdegang, einen Menschen, der sein persönliches Ziel auf einem eigenen Weg erreicht hat. Durchhaltevermögen und Improvisationstalent, Flexibilität und Spontaneität – würde Ulrich Mosbach seinen Lebenslauf noch einmal schreiben, diese Eigenschaften ließen sich darin ablesen.

Er sagt rückblickend: „Ich würde alles in meinem Leben noch einmal so machen – außer meiner Ausbildung!“  Schule in Lüneburg bis 1976, ein paar Monate Kalifornien, sein großer Traum. Dann Bundewehr und Ausbildung zum Physiotherapeuten. Gearbeitet hat er in dem Beruf nie, „ich wusste gleich, dass das nichts für mich ist, habe aber die Ausbildung beendet.“ Wieder zurück in die USA, diesmal für länger, wo er fast zwei Jahre arbeitete, bis er nach Deutschland zurückkehrte. „Viel gelernt und gesehen habe ich in der Zeit, war schon toll!“

Als Abenteurer bezeichnet er sich, der er mit 20 gewesen ist. Er arbeitete dann fünf Jahre in einer Lüneburger Molkerei, aber das Reisevirus hatte ihn befallen. Marokko war dabei, Island, wo er länger blieb und noch andere Ziele – vor allem Skandinavien. Zurück in Deutschland stand er die nächsten 14 Jahre bei einem Hamburger Unternehmen im kaufmännischen Bereich in Lohn und Brot , bis er sich mit einem Freund 1990 mit einer Reisefotoagentur selbstständig machte. Er für den kaufmännischen Bereich, sein Freund für die Fotografie. Sie hatten sehr gute Jahre, da „richtige“ Fotografen noch gefragt waren. Es gab nur die analoge Fotografie, die ein echtes Handwerk war und Können voraussetzte. Heutzutage mit der digitalen Fotografie…

Vor zwei Jahren hat er sich nun zur Ruhe gesetzt und kümmert sich um die Dinge, die ihm Freude machen. Zum Beispiel den Aufbau einer Rettungshundestaffel. Mosbach mit Hund

Als eine „verkrachte Existenz“ wäre er früher wohl bezeichnet worden – er war einer mit langen Haaren – „ganz im Gegenteil zu jetzt“ grinst er und streicht sich mit der Hand über den kahlen Kopf. Ich habe vor mir einen sehr zufrieden aussehenden Mann vor mir sitzen, mit seiner Frau, die inzwischen zu uns gestoßen ist, in seinem lichten und modernen Haus und seinen zwei Australian Shepherd-Hunden. „Ich fand mein Leben bis hierhin gut!“

Mal ehrlich, liebe Leser, kann es ein besseres Statement geben von jemandem, der zurückblickt – und extra für mich seinen Lebenslauf noch mal aufgeschrieben hat?

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